Pressemitteilung vom 20. Oktober 2016

NABU-Kreisverband Saalfeld-Rudolstadt e.V.:

 

 

Erweiterung Schweinezucht RemPig

führt zu Verschlechterung

 

 

Der NABU ist von Landrat Marco Wolfram überrascht, der den Ausbau der Schweinezucht RemPig in Remda befürwortet (otz berichtete am 14. Oktober 2016).

 

In einer Pressemitteilung kritisiert der NABU die ausgelegten Antragsunterlagen von RemPig im Bebbauungsplanverfahren als unzureichend. Die tatsächlichen Belastungen der Menschen, umliegenden Lebensräume und Schutzgebiete durch die Schweinezuchtanlage werden nicht wiedergegeben.

 

Eine im Auftrag der Bürgerinitiative durchgeführte meteorologische Untersuchung belegt, dass Schwachwindsituationen doppelt so häufig vorherrschen wie von RemPig prognostiziert. Die derzeitigen und zukünftigen Belastungen durch Ammoniak-Geruch und gesundheitsgefährdende Bioaerosole sind demnach erheblich höher als angenommen. Die zulässigen Grenzwerte werden gegenwärtig in der angrenzenden Wohnbebauung, der Grundschule, der Kleingartenanlage und Teilen der europäischen Schutzgebiete überschritten.

 

„Bevor über eine Erhöhung des Schweinebestandes entschieden wird, ist für die Einhaltung der vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Grenzwerte zu sorgen. Hierfür sehen NABU und einwendende Remdaer Bürger den Landrat in der Pflicht“ so Rainer Hämmerling vom NABU-Kreisverband.

 

„Eine vom Landrat befürwortete Verdopplung des Schweinebestandes und im Gegenzug der Einbau von Luftwäschern, das wäre ein schlechter Handel für Mensch und Umwelt, auch angesichts des geltenden Thüringer Luftfiltererlasses. Dieser verpflichtet die Tierhalter in einem Übergangszeitraum ohnehin zum Nachrüsten der Ställe mit Abluftreinigungen“ sagt Hämmerling.

„Unbeachtet bleibt in der Diskussion der massiv erhöhte Anfall von Gülle und deren Ausbringung in der Region, verbunden mit gravierenden Belastungen von Mensch, Boden, Wasser und Lebensräumen".

 

Der NABU weist auf Ungereimtheiten in den otz-Aussagen des Landrats hin. Ein dort erwähntes, parallel zum derzeitigen Bebauungsplanverfahren laufendes Genehmigungsverfahren nach dem Immissionsschutzgesetz gibt es nicht. „Es wäre jetzt rechtlich gar nicht zulässig. Zuerst müssen die bauplanungsrechtlichen Grundlagen geschaffen werden“, so Hämmerling.

 

Dass es in der Schweinehaltung auch anders geht, zeigt Biobauer Wolfgang Knauer im benachbarten Haufeld. Der NABU hofft nicht nur in ihm einen Verbündeten zu haben, wenn im Stadtrat über den Bebauungsplan der RemPig abgestimmt wird.

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