Pressemitteilung vom 07. Mai 2015

NABU-Kreisverband Saalfeld-Rudolstadt e.V.:



Energiewende mit Vernunft

   

Vertreter von Bürgerinitiativen aus dem Landkreis Saalfeld-Rudolstadt waren der Einladung des NABU-Kreisverbandes gefolgt, um über die Thematiken Pumpspeicherwerk Leutenberg-Probstzella und beabsichtigte Windenergienutzungen im Norden des Landkreises zu informieren und zu beraten. Brennpunkte sind derzeit das Gebiet um Schweinbach und Unterloquitz wegen dem geplanten Pumpspeicherwerk sowie die Bestrebungen für Windenergienutzung bei Haufeld, Treppendorf, Neusitz und Sundremda.

 

Die Mitglieder der Bürgerinitiative „Lebenswertes Hochplateau“ brachten es eingangs auf den Punkt - „Der Ausbau der erneuerbaren Energien darf nicht das beeinträchtigen, was man durch sie schützen will - Natur und Mensch!“
Lutz Reißland mahnte, der Landkreis dürfe kein Exporteur von Strom werden. Energieeinsparung und Energieeffizienz seien oberstes Gebot und eine Bilanzierung zur Ermittlung des Strombedarfes im Landkreis erforderlich.

 

Reiner Eisoldt informierte über ein anstehendes Gespräch mit Landrat Marco Wolfram zum geplanten Pumpspeicherwerk. Eisoldt setzt in die Unterredung große Erwartungen, dass die Kreisverwaltung im weiteren Verfahrensablauf die Ängste der betroffenen Bürger ernst nimmt und den gravierenden Eingriff in die Landschaft abwendet. „Das Pumpspeicherwerk erzeugt in den nächsten 30 Jahren keinen Geldregen für Landkreis und betroffene Kommunen. Stattdessen verschärft sich deren Finanzlage zum Nachteil der Bürger.“

 

Annerose Kramer von der Bürgerinitiative „Für eine lebenswerte Steinerne Heide“ sieht das Landratsamt in der Pflicht die Schutzbestimmungen des Landschaftsschutzgebietes zu beachten, Verbotstatbestände auszuschließen und auf die Einhaltung der Wasserrahmenrichtlinie an Loquitz und Schweinbach zu drängen.

 

NABU und die anwesenden Bürgerinitiativen unterstützen die von Christian Tschesch im Kreistag beantragte Resolution zur Windkraft im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt, ein Moratorium bis zur Fertigstellung eines gesetzeskonformen Regionalplanes Ostthüringen zu veranlassen. An die Kreistagsmitglieder geht der Appell, dieser Resolution zuzustimmen.

Die Mitglieder der Bürgerinitiativen  erhoffen sich von diesem Aufschub eine Verhinderung des "Wildwuchses" in Ostthüringen.

 

Rainer Hämmerling wies auf die Notwendigkeit qualitativ guter, mehrjähriger und unabhängiger Bestandserfassungen für die Planungen hin. Nicht nur die fehlerhafte Umweltverträglichkeitsstudie zum Raumordnungsverfahren Pumpspeicherwerk Leutenberg-
Probstzella rechtfertige diese Forderung.

 

Im Ergebnis der Beratung werden Bürgerinitiativen und NABU eng zusammenarbeiten und sich gemeinsam für Mensch und Natur engagieren. Die regenerative Energieerzeugung darf nicht zum Geschäftsmodell für Einzelne verkommen, bei dem Mensch und Umwelt auf der Strecke bleiben.

1976 - 2016
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