Pressemitteilung vom 11. März 2013

NABU-Kreisverband Saalfeld-Rudolstadt e.V.:



Remdaer Bürger spenden für NABU-Schutzgebiet

   

Die Bürgerinitiative Pro Remda lud am vergangenen Freitag zum Vortrag „Orchideen im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt“ in das Remdaer Vereinshaus ein. Über 60 interessierte Bürger folgten dem Fachvortrag von Lothar Finke, Leiter der Regionalsektion Rudolstadt des Arbeitskreises Heimische Orchideen.
Er verwies darauf, dass Orchideen die weltweit artenreichste Pflanzenfamilie sind, meist Nischen besiedeln und eine komplizierte Entwicklungsbiologie besitzen. So benötigen sie zum Keimen spezifische Pilze mit denen sie teilweise oder zeitlebens in Symbiose leben.

Finke stellte im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt vorkommende einheimische Orchideen und deren Lebensräume vor. Der Überblick umfasste die vom Aussterben bedrohten Arten der Bergwiesen, die in Feuchtwiesen siedelnden und die Bewohner von Wäldern und offenen Trockenstandorten. Das Gebiet um Remda mit Kalm- und Wachtelberg beherbergt über 20 Orchideenarten und besitzt eine herausragende Bedeutung. Sie leben hier in Quellmooren, Feuchtwiesen, trockenen Felsfluren und Wäldern. Vorkommende Arten sind z.B. Sumpf-Stendelwurz und Braunrote Stendelwurz oder Fliegenragwurz.

Finke machte deutlich, dass viele der in Thüringen und Deutschland bedrohten Orchideenarten durch massiven Gehölzaufwuchs gefährdet sind. Ein Grund ist der hohe Stickstoffeintrag aus der Luft. Eine Erhöhung des Schweinebestandes in Remda sieht er deshalb kritisch. Bei einem Havariefall der geplanten Luftwäsche können innerhalb kurzer Zeit Orchideenlebensräume vernichtet werden. Auch die Ausdünstungen der ausgebrachten Gülle tragen zur negativ wirkenden Nährstoffanreicherung der Umwelt bei.

Lothar Finke wies auf die Notwendigkeit von Maßnahmen hin, um die Orchideenvielfalt des Landkreises zu erhalten. Als sehr positive Beispiele nannte er die Arbeiten von Mitarbeitern des Forstamtes Leutenberg in Orchideenschutzgebieten und die Agrargenossenschaft Teichel, die Trockenstandorte mit Charolais-Rindern in geringer Besatzdichte beweidet.

Die anwesenden Remdaer Bürger spendeten 142 Euro zur Erhaltung der artenreichen Pflanzen- und Tierwelt im NABU-Schutzgebiet „Stockberg“. Von dieser großen Spendenbereitschaft zeigte sich Rainer Hämmerling vom NABU überwältigt.

Im Mai plant die Bürgerinitiative eine Orchideenwanderung unter Leitung von Lothar Finke.

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